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Selbstbewusste Brger 1979 / 21.02.10

Straenplanung A43 (1979)

Straenplanung einer Autobahn 43 (1979)

Gegen die (von der SPD abgelehnte) Planung einer A43 an Hiltrup vorbei hatte sich eine Brgerinitiative gebildet. Die Straenbauverwaltung des Landschaftsverbandes lehnte im Zuge der Fortschreibung des Bundesfernstraenbedarfsplans eine A43 zwischen Mnster und Gtersloh/Bielefeld ab.

Die CDU-Fraktion forderte weiterhin die A43 und schloss eine Trassenfhrung der A43 im Norden von Hiltrup nicht aus. In der Brgerversammlung in Hiltrup am 12.3.1979 mit 500 Teilnehmern erntete die CDU dafr Pfiffe. Zwei Tage spter lehnten CDU und FDP im Planungsausschuss des Rates den SPD-Antrag ab, das Projekt A43 Mnster-Bielefeld nicht weiter zu verfolgen (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 16).

Zur Personalpolitik der Hiltruper CDU druckte die SPD Hiltrup im Mrz 1979 einen Artikel des Knipperdolling / Mnsteraner Generalanzweifler von Dezember 1978 nach, der die Wahl des CDU-Manns Reisener zum Konrektor der Hauptschule Hiltrup als CDU-Klngel kritisierte; die CDU reagierte mit einem Flugblatt Gipfel an Geschmacklosigkeit (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 16).

Das alte Paterkloster in Hiltrup (1983)

Das alte Paterkloster in Hiltrup

Fr das alte Paterkloster entwickelte die SPD Hiltrup weitere Nutzungsideen. Neben ihrem Vorschlag einer sozialen Nutzung brachte sie im Juni 1979 ins Gesprch, das Institut fr Kunsterzieher der Kunstakademie dort unterzubringen (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 17).

Entgegen diesen vielfltigen Aktivitten des Hiltruper SPD-Teams hatte die politische Growetterlage den Schwung des Willy-Whlen verloren. In der Auen- und Sicherheitspolitik forderte Bundeskanzler Schmidt den Nato-Doppelbeschluss zur Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland. Im August 1979 hatte die Hiltruper SPD Mhe, zur Europa-Wahl Info-Stnde zu organisieren, weil sich nicht genug Mitglieder bereitfanden. Im Vorstand herrschte Resignation: Mitgliederversammlungen regelmig schlecht besucht, dabei waren sie in der Regel nur geringfgig erweiterte Vorstandssitzungen. Die gleiche geringe Resonanz erfuhren andere Veranstaltungen. Wir sind nicht nur mit dem Elan, sondern auch finanziell am Ende (Quelle: “Anker Nr. 9”).

Nach diesem vorbergehenden Stimmungstief machte die SPD weiter engagierte Kommunalpolitik:

Die Planungen zum Neubau der Hiltruper Kanalbrcke konkretisierten sich. Die SPD Hiltrup wiederholte im September 1979 ihre Forderung von 1976: Verkehrsentlastung der Marktallee und Erhaltung und Weiterentwicklung der Ortsmitte als Geschftszentrum mit dem Vorschlag, die Strae Osttor zwischen Kanal und Bahn Richtung Trauttmansdorffstrae zu verlngern (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 19).

Im September 1979 waren die berlegungen fr den Bau der A43 zwischen Mnster und Gtersloh vom Tisch, der Bund hatte die Planung verworfen. Trotzdem hielt die CDU an dem Projekt fest. Sie betrieb gegen die SPD die Aufnahme des Ersatzprojekts B67n in den Bedarfsplan und schloss eine Trassenfhrung im Norden von Hiltrup nicht aus (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 20).

Im Dezember 1979 fasste der Vorstand des SPD-Ortsvereins Hiltrup einstimmig den Beschluss, das Grndungsmitglied von 1945, Joseph Stoffers, anlsslich des 55jhrigen Parteijubilums zum Ehrenvorsitzenden zu whlen. Am 25. Juli 1980 verstarb Josef Stoffers im Alter von 89 Jahren.

Zum 31.12.1979 kndigte die Gemeinde St. Clemens den Vertrag mit der Stadt ber das Jugendheim Hiltrup-West, beendete die dort geleistete offene Jugendarbeit und schloss das Jugendheim (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 22).

Abbruch der Villa Dahlhoff an der Marktallee (1980)

Frhjahr 1980: Die Villa Dahlhoff an der Marktallee wird abgebrochen

Im Frhjahr 1980 wurden fr die neue Kanalbrcke Huser an der Marktallee abgebrochen, u.a. die alte Villa Dahlhoff (Restaurant Wildsau).

Die SPD Hiltrup kritisierte die einseitige Berichterstattung der Westflischen Nachrichten und vergab im April 1980 den Journalistenpreis der CDU/CSU an den WN-Lokalredakteur Lambertz, als 2. Preis ging die Verbogene Feder in Blech an den MZ-Redakteur LOW (Quelle: “Anker Nr. 14”).

Im April 1980 war das Jugendheim Hiltrup-West schon 8 Monaten geschlossen, das Jugendamt verhandelte mit dem Sozialdienst Katholischer Mnner. Die Hiltruper Jusos ffneten jeden Dienstagabend das Jugendheim Hiltrup-West und riefen dazu auf, sich selbst zu organisieren (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 23).

Die Frauen in der SPD organisierten sich: am 24.4.1980 lud die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Christiane Eckardt zum Gesprchskreis Sozialdemokratische Frauen im OV ein, um politische Handlungsmglichkeiten zu besprechen (Quelle: “Anker Nr. 14”).

Die CDU verfolgte weiter das Vorhaben, eine Bundesstrae B67n zwischen Hiltrup und Mnster zu planen und zu bauen. Die Hiltruper CDU wollte das Projekt in der Sitzung der Bezirksvertretung am 14.5.1980 nicht ablehnen und whlte eine vernebelnde Sprachregelung: In Hiltrup nicht; sondern weitrumig um Mnster herum.. CDU-MdB Dr. Jahn aus Mnster setzte im Verkehrsausschuss des Bundestages durch, dass das Projekt in die Dringlichkeitsstufe I aufgenommen wurde (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 23).

Die Behindertenorganisation Club 68, die nach dem Willen der CDU als Mieter in das Gebude der Stadthalle einziehen sollte, lehnte im Sommer 1980 ab. Die Rume standen leer. Die Hiltruper SPD wiederholte ihre Forderung, z.B. die Stadtbcherei hier unterzubringen (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 23).

Im August 1980 fragte die SPD Hiltrup die Verwaltung nach Ursachen und Abhilfemglichkeiten fr die Verschmutzung des Emmerbachs: Mngel in Kanalisation und Klranlagen aus selbstndiger Zeit der Gemeinden Amelsbren und Hiltrup, die Zug um Zug behoben wurden (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 23).

Die SPD Hiltrup wandte sich zusammen mit den Anliegern dagegen, die Strae An der Alten Kirche zur Durchfahrtsstrae auszubauen; die Verwaltung lie daraufhin diesen von CDU und FDP untersttzten Plan fallen (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 25).

Im September 1980 wurde weiter heftig um die B67n gestritten. Der Hiltruper CDU-Ratsherr Dr. Tlle kndigte in einer Podiumsdiskussion der Brgerinitiative gegen die B 67n an, Bei der Ratsentscheidung werden von den 35 CDU-Mitgliedern die beiden Hiltruper umschwenken, und zusammen mit den 23 Sozialdemokraten, den fnf Liberalen und den vier Mitgliedern der GAL gegen die B67n stimmen. Den nur noch 33 Stimmen der CDU stnden dann 34 entgegen. (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 24). (Am 30.11.1983 beschloss die CDU-Mehrheit mit den Stimmen der Hiltruper CDU-Ratsherren Dr. Tlle und Reisener, entgegen dem Verkehrsgutachten die Hiltruper B67n-Trasse freizuhalten, die FDP enthielt sich.)

Die Hiltruper SPD pflegt die innerparteiliche Diskussion. Am 11.12.1980 verabschiedet sie eine Resolution an den SPD-Bundesvorstand und an die Bundestagsfraktion: Sorge zu tragen, da in der ffentlichkeit unser sozialdemokratisches, reformpolitisches und auf den demokratischen Sozialismus bezogenes Profil wiedergewonnen wird. Andernfalls wrden nicht nur unsere Wahlchancen zusehends schwinden, sondern auch Bereitschaft und Engagement in politischer Basisarbeit .

Der Nato-Doppelbeschluss vom 12.12.1979 und die nachfolgende Umsetzung (Stationierung von amerikanischen Raketen in Deutschland) sorgten nach wie vor fr Zndstoff. Am 27.3.1981 fasstt der Parteitag des SPD-Unterbezirks Mnster den Beschluss, den Krefelder Appell (Vorschlag einer einseitigen Abrstung, getragen von DKP, DFU, Gewerkschaftern, Grnen) zu untersttzen. Daraus ergab sich ein Konflikt zwischen dem SPD-Unterbezirk Mnster und Landes- sowie Bundespartei. Die mnstersche SPD blieb bei ihrer Meinung: ; der Vorstand war sich, unabhngig von der Bewertung des Krefelder Appells darin einig, das Ansinnen des Parteivorstandes zurckzuweisen. (Quelle: Anker Nr. 24). Die SPD Hiltrup fhrte am 16.7.1981 eine Mitgliederversammlung zur Sicherheitspolitik mit Wolf-Michael Catenhusen durch (Einladung: Tatsache ist: Die groe Mehrheit der Parteimitglieder schweigt. ) (Quelle: Anker Nr. 25).

Die Hiltruper CDU prsentiert sich in dieser Zeit eher bigott:

Schaufenster der CDU Hiltrup (1981)

CDU-Informationsfenster in Hiltrup (aus Hiltrup heute und morgen Nr. 26 Juni 1981)

Im Laufe des Jahres 1982 verabschiedete die Hiltruper SPD noch eine Reihe von Resolutionen zu sozialpolitischen Themen: zur Taschengeldkrzung fr Heimbewohner, gegen die Erhhung der Instandsetzungspauschale im sozialen Wohnungsbau und zur Einfhrung des Babyjahrs in der Altersversorgung.

Bebauungsplanentwurf von1982 zur Bebauung des Kirchplatzes St. Clemens

Entwurf des Bebauungsplans zur Bebauung des St. Clemens-Kirchplatzes (1982)

Im Juli 1982 legte die Verwaltung einen Bebauungsplan-Entwurf vor, der die Bebauung des Kirchplatzes von St. Clemens vorsah. Die SPD Hiltrup wandte sich dagegen und rief zu einer Postkartenaktion auf (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 28). Nach 463 Brgereingaben nderte die Verwaltung daraufhin den Entwurf und verzichtete auf die Bebauung (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 29).

Bahnhofsunterfhrung Hiltrup (1982)

Bahnhofstunnel (1982)

Der Radfahrer- und Fugngertunnel am Bahnhof, der im Zusammenhang mit dem Brckenbau entstanden war, erwies sich als zu steil und zu eng. Im Juli 1982 warnte die SPD Hiltrup vor Unfallgefahren: zu hohe Geschwindigkeiten wegen zu steiler Rampen, fehlende bersicht, Fugnger-Querverkehr, viel zu schmale Tunneldurchfahrt. (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 28). Ein krasser Planungsfehler, der auch nach Einbau von Barrieren bis zum Jahr 2010 nicht beseitigt ist; im Laufe des Jahres 2010 soll nun eine Planung fr einen Radweg ber die Kanalbrcke erarbeitet werden.

Die Hiltruper CDU in der Bezirksvertretung hatte fr die Bemhungen der SPD um Verkehrssicherheit nur den abflligen Kommentar Verkehrsberuhigung kann auch zur Hysterie werden. (Quelle: Hiltrup heute und morgen Nr. 36).

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