125 Jahre Stadtwerke Münster – Warum sich der Einsatz für unser kommunales Unternehmen gelohnt hat

Die Stadtwerke Münster feiern in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Für viele Münsteranerinnen und Münsteraner sind sie selbstverständlich: Strom, Gas, Wasser, Busverkehr, Bäder oder Hafenentwicklung – vieles, was unseren Alltag prägt, hängt mit diesem kommunalen Unternehmen zusammen.

Doch der Fortbestand der Stadtwerke in kommunaler Hand war keineswegs immer selbstverständlich.

Ich erinere hier einmal an die Privatisierungsdebatte 2001/2002:

Anfang der 2000er Jahre stand Münster vor einer weitreichenden Entscheidung. Eine CDU/FDP Mehrheit im Rat beschloss im November 2001, bis zu 49 Prozent der Geschäftsanteile der Stadtwerke zu verkaufen – mit Ausnahme der Verkehrsbetriebe. Dahinter stand die Vorstellung, durch private Investoren kurzfristig Geld in die Stadtkasse zu bekommen.

Die SPD Münster stellte sich damals gemeinsam mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern entschieden gegen diesen Plan. Unsere Überzeugung war klar: Die Energie- und Wasserversorgung, zentrale Infrastruktur und kommunale Daseinsvorsorge gehören in öffentliche Hand.

Die Befürchtung war berechtigt, dass ein Teilverkauf langfristig Einfluss, Gestaltungsmöglichkeiten und wirtschaftliche Stabilität der Stadtwerke gefährden könnte. Kommunale Unternehmen sind nicht nur Versorger – sie investieren vor Ort, sichern Arbeitsplätze, treiben Innovationen voran und tragen Verantwortung für die Entwicklung unserer Stadt.

Breite Unterstützung aus der Stadtgesellschaft

Aus der politischen Debatte entstand eine starke Bürgerbewegung. Das Bürgerbegehren „Pro Stadtwerke – Wir lassen uns nicht verkaufen“ sammelte viele tausend Unterschriften und machte deutlich, dass große Teile der Stadtgesellschaft den Verkauf ablehnten.

Beim Bürgerentscheid im Juni 2002 wurde diese Haltung bestätigt: Eine deutliche Mehrheit der Münsteranerinnen und Münsteraner sprach sich gegen den Verkauf aus. Damit blieb das Unternehmen vollständig im Besitz der Stadt. Rückblickend war diese Entscheidung richtungsweisend.

Eine Entscheidung mit langfristiger Wirkung

Heute investieren die Stadtwerke Münster massiv in erneuerbare Energien, moderne Infrastruktur, nachhaltige Mobilität und eine sichere Versorgung. Sie sind ein wichtiger wirtschaftlicher Akteur der Region, ein verlässlicher Arbeitgeber und ein Motor für die Energiewende vor Ort. Viele Städte haben in den letzten Jahrzehnten erlebt, wie schwierig und teuer es ist, einmal privatisierte Versorgungsstrukturen wieder in kommunale Verantwortung zurückzuholen. Münster hat sich diesen Weg erspart – auch dank der klaren Entscheidung der Bürgerschaft.

Danke an die Menschen dieser Stadt

Der Erfolg von damals war nicht nur ein politischer Erfolg. Er war vor allem ein Erfolg der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, die sich informiert, engagiert und abgestimmt haben. Und auch heute tragen viele Münsteranerinnen und Münsteraner täglich dazu bei, dass unsere Stadtwerke stark bleiben – indem sie Kundinnen und Kunden bleiben. Das ist ein wenig wie beim örtlichen Einzelhandel: Wir alle schätzen die Geschäfte vor Ort und beklagen ihr Verschwinden, wenn sie schließen müssen. Aber sie können nur existieren, wenn wir sie auch nutzen. Dasselbe gilt für unseren regionalen Versorger.

Die Stadtwerke Münster machen unsere Stadt lebenswerter – mit verlässlicher Versorgung, nachhaltigen Investitionen und regionaler Verantwortung.

Darum gilt heute ein besonderer Dank allen Bürgerinnen und Bürgern, die damals für den Erhalt der Stadtwerke gestimmt haben – und allen, die ihnen bis heute als treue Kundinnen und Kunden verbunden sind.