Aktuelles
-
Wind von rechts? Wer bestimmt eigentlich die politische Agenda
Aktuelle Berichte über Gespräche zwischen Springer-Chef Mathias Döpfner und Bundeskanzler Friedrich Merz über den Umgang mit der AfD haben in den vergangenen Tagen für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt. Dass solche Gespräche stattgefunden haben, wird inzwischen nicht mehr bestritten. Über ihren genauen Inhalt gibt es unterschiedliche Darstellungen.
Der Vorgang führt einmal mehr wieder zu einer grundsätzlichen Frage: Welchen Einfluss sollten große Medienkonzerne auf die politische Willensbildung haben?
Gespräche zwischen Politik und Medien gehören zu einer Demokratie. Sie sind weder ungewöhnlich noch grundsätzlich problematisch. Kritisch wird es dann, wenn der Eindruck entsteht, dass publizistische Macht genutzt wird, um politischen Druck aufzubauen oder strategische Entscheidungen zu beeinflussen. Gerade bei der Frage des Umgangs mit der AfD ist das ein besonders sensibler Bereich. Die Debatte zeigt zugleich, dass die Macht großer Medienhäuser keineswegs verschwunden ist. Im Gegenteil: Während sich Zeitungsverlage, Privatfernsehen und Lokalradios in immer weniger Händen (also großen Medienkonzernen) konzentrieren, verlieren die klassischen öffentlich-rechtlichen Medien an Reichweite. Und dadurch wächst kontinuierlich der Einfluss einzelner Medienkonzerne auf die öffentliche Debatte.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode
-
Phishing beim Online-Banking: Aufklärung ist der beste Schutz
Immer mehr Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte online. Das ist bequem, schnell und im Alltag kaum noch wegzudenken. Gleichzeitig nehmen Betrugsversuche im Internet zu. Besonders das sogenannte Phishing verursacht jedes Jahr hohe Schäden. Kriminelle versuchen dabei, an Zugangsdaten, Passwörter oder TANs zu gelangen, um Konten leerzuräumen.
Nicht nur ältere Menschen, sondern auch erfahrene Internetnutzerinnen und -nutzer können auf professionell gestaltete E-Mails, SMS oder Internetseiten hereinfallen. Deshalb ist Aufklärung heute ein wichtiger Baustein des Verbraucherschutzes.
Woran erkennt man Phishing?
Typische Warnzeichen sind:- angeblich dringende Nachrichten Ihrer Bank,
- Aufforderungen, Zugangsdaten oder TANs einzugeben,
- Links zu einer Anmeldeseite,
- Zeitdruck mit Formulierungen wie „Sofort handeln!“ oder „Ihr Konto wird gesperrt“,
- ungewöhnliche Internetadressen oder kleine Sprachfehler.
Grundsätzlich gilt: Seriöse Banken fragen niemals per E-Mail, SMS oder Telefon nach Passwörtern oder TANs.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode
-
Früher war alles besser - wirklich?
Wer neu nach Hiltrup zieht, wundert sich oft über den fast 100 Meter hohen Rockwool-Schornstein an der Nobelstraße. Viele Einheimische nennen ihn bis heute liebevoll oder spöttisch den „Stinkefinger“. Wer schon lange hier lebt, erinnert sich vermutlich noch gut daran: Es gab Zeiten, da wusste man bereits beim Verlassen des Hauses, aus welcher Richtung der Wind kam. Je nach Wetterlage lag der Geruch der Mineralwolle-Produktion in der Luft. Die Zeitungen berichteten darüber, Anwohner beschwerten sich, Politik und Unternehmen suchten nach Lösungen. Deshalb wurde Anfang der 1970er-Jahre der 99 Meter hohe Schornstein errichtet. Er sollte die Abgase höher ableiten und ihre Belastung verringern. Vollständig gelöst war das Problem damit zunächst nicht. Doch Schritt für Schritt verbesserten sich Filtertechnik, Produktionsverfahren und Umweltauflagen. 2002 endete die industrielle Produktion des Werkes, heute dient es Rockwool vorwiegend als Lager. Der Schornstein blieb als weithin sichtbares Wahrzeichen erhalten – doch das, wofür er jahrzehntelang stand, verschwand nach und nach aus unserem Alltag und schließlich auch aus unserer Erinnerung.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode
-
Hiltruper Gespräche: Wie soll sich der Hiltruper Ortskern entwickeln? – Einladung zum Mitdenken und Mitreden
Wie stellen wir uns den Hiltruper Ortskern in fünf oder zehn Jahren vor? Was macht ihn attraktiv zum Einkaufen, zum Wohnen und zum Verweilen? Und wie kann der Verkehr so gestaltet werden, dass Sicherheit, Lebensqualität und gute Erreichbarkeit gleichermaßen berücksichtigt werden? Kann/soll/muss auch Tempo 30 Teil der Lösung sein?
Über diese Fragen möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen.
Am Dienstag, 14. Juli 2026, laden wir alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zu einem Dialog zur Zukunft des Hiltruper Ortskerns ein.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht ein fertiges Konzept, sondern Ihre Erfahrung und Ihre Meinung. An mehreren Themenstationen werden verschiedene Straßen des Ortskerns vorgestellt. Dort können Sie Hinweise geben, Probleme benennen, Ideen einbringen und konkrete Vorschläge auf Karten festhalten.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode
-
Gedenkort „Waldfrieden“: Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit
Mit dem Grundsatzbeschluss der Bezirksvertretung und dessen Bestätigung im Rat der Stadt Münster wird ein wichtiger Meilenstein erreicht: Das ehemalige Zwangsarbeiterlager „Waldfrieden“ soll zu einem Gedenk- und Lernort weiterentwickelt werden. Dafür haben sich viele Menschen über Jahre hinweg engagiert. Ihnen allen gebührt Anerkennung.
In den vergangenen Tagen wurde vor allem darüber diskutiert, wer den Gedenkort später pflegt und unterhält. Diese Frage ist wichtig – sie gehört zu jedem verantwortungsvoll geplanten Projekt. Sie ist aber nur ein Baustein eines geordneten Umsetzungsprozesses und sollte nicht den Blick auf das Wesentliche verstellen.
Jetzt geht es zunächst darum, den Gedenkort zu realisieren. Die notwendigen finanziellen Grundlagen werden Schritt für Schritt geschaffen. Mittel der Bezirksvertretung stehen bereit, weitere Fördermöglichkeiten und Sponsoren sollen eingebunden werden. Erst wenn das Konzept konkret ausgearbeitet ist, können die dauerhaften Aufgaben für Pflege, Kontrolle und Unterhaltung verbindlich geregelt werden. Genau so sieht es auch die Beschlussvorlage vor.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode