Wir erwarten eine vorausschauende Verkehrsplanung für den Südosten Münsters: Velorouten, WLE-Reaktivierung und rechtzeitiger Ausbau der Straße Osttor gehören für uns zusammen.
Im Südosten Münsters stehen erhebliche Veränderungen bevor. In Hiltrup-Ost sind rund 1.100 neue Wohneinheiten geplant. In Angelmodde-Süd entstehen weitere rund 260 Wohnungen. Zusammen geht es damit um eine Größenordnung von annähernd 1.500 neuen Wohnungen und entsprechend viele Menschen, die künftig hier leben und mobil sein werden. Beide Wohngebiete werden wesentlich über den Albersloher Weg und die Hiltruper Straße erschlossen. Dabei gehören diese Straßen schon heute zu den stark belasteten Verkehrsachsen auf dem Weg in die Innenstadt. Die zusätzlichen Verkehre werden die Situation weiter verschärfen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.
Wir nehmen dankbar zur Kenntnis, dass die Bürgerinnen und Bürger im Umfeld die absehbaren Entwicklungen bislang ausgesprochen besonnen begleiten. Uns ist bewusst, das ist keineswegs selbstverständlich. Diese Akzeptanz ist ein wertvolles Gut. Sie lässt sich aber nur erhalten, wenn die Stadt die notwendige Infrastruktur vorausschauend plant und rechtzeitig bereitstellt.
Radverkehr und Bahn müssen von Anfang an mitgedacht werden
Für uns als SPD Hiltrup/Berg-Fidel sind dabei zwei Maßnahmen von zentraler Bedeutung: der konsequente Ausbau der Velorouten und die Reaktivierung der WLE-Bahnstrecke. Die Radverkehrsverbindungen aus Wolbeck und Gremmendorf in Richtung Innenstadt müssen durchgängig, sicher und attraktiv gestaltet werden. Sie sind nicht nur für die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner wichtig, sondern auch für die Menschen, die in den neuen Wohngebieten leben werden. Dazu gehört, dass die neuen Quartiere sinnvoll an das bestehende Radwegenetz und die überregionalen Velorouten angebunden werden.
Ebenso wichtig ist die Reaktivierung der WLE. Die geplanten Haltepunkte in Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck eröffnen neue Möglichkeiten, einen erheblichen Teil der zusätzlichen Mobilität auf die Schiene zu verlagern. Voraussetzung dafür sind gute Zuwegungen, sichere Fahrradabstellmöglichkeiten und eine überzeugende Verknüpfung mit dem übrigen öffentlichen Nahverkehr.
Beide Projekte dürfen deshalb nicht isoliert betrachtet werden. Sie sind wesentliche Bestandteile einer gemeinsamen Verkehrsplanung für den gesamten Südosten Münsters.
Osttor: Erst die Infrastruktur, dann die Erschließung!
Ein weiterer Punkt ist uns besonders wichtig: der Ausbau der Straße Osttor. Wir haben uns schon bisher für einen rechtzeitigen Ausbau eingesetzt und entsprechende Anträge gestellt. Unsere Forderung lautet, das Osttor mit durchgehend beidseitigen, baulich getrennten Geh- und Radwegen auszubauen – und zwar vor der Erschließung des neuen Baugebiets Hiltrup-Ost. Das ist keine nebensächliche Ergänzung der bestehenden Straße, sondern eine grundlegende Voraussetzung für die sichere Erreichbarkeit des neuen Stadtquartiers und die jahrelange Abwicklung der zusätzlichen Baustellenverkehre. Wer ein Wohngebiet dieser Größenordnung entwickelt, muss auch dafür sorgen, dass BewohnerInnen zu Fuß, mit Bus & Bahn und mit dem Fahrrad sicher zu ihren Zielen gelangen können.
Wohnungsbau und Verkehrsentwicklung gehören zusammen
Wir begrüßen die Entwicklung neuer Wohngebiete. Münster braucht zusätzlichen Wohnraum. Aber neue Wohnungen allein schaffen noch kein lebenswertes Quartier. Dazu gehören eine funktionierende Verkehrsanbindung, sichere Wege, gute ÖPNV-Angebote und eine Infrastruktur, die mit dem Wachstum Schritt hält. Deshalb appellieren wir den Rat der Stadt Münster und die Fachverwaltungen, die verschiedenen Planungen konsequent zusammenzuführen und die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig auf den Weg zu bringen.
Unser Anliegen ist konstruktiv: Wir wollen die Entwicklung im Südosten Münsters nicht bremsen, sondern dafür sorgen, dass sie gelingt. Die bisherige Besonnenheit der Bürgerinnen und Bürger verdient eine ebenso besonnene wie vorausschauende Antwort der Politik.
Unsere Überzeugung ist: Die Menschen brauchen keine Versprechen für irgendwann, sondern eine verlässliche Planung, die rechtzeitig umgesetzt wird.