Es läuft nicht rund. Noch nicht.

Der Zustand der Münsteraner SPD ist gerade nicht zufriedenstellend, aber auch bei weitem nicht so desaströs, wie es nach dem Rücktritt unserer Doppelspitze den Anschein hat.

Auch wenn wir uns bei der Kommunalwahl andere Ergebnisse gewünscht haben und auch für die Zukunft erarbeiten wollen, sollten wir zunächst nüchtern darauf schauen, was wir trotzdem erreicht haben:

  • Es ist uns gelungen (so sieht es aktuell aus) eine Koalition mitzugestalten und damit aktiv an der Zukunft unserer Stadtgesellschaft arbeiten zu können.
  • Es ist uns ebenso gelungen, in den Bezirksvertretungen Strukturen zu etablieren, die uns dort Einfluss ermöglichen; auch wenn die Geschäftsgrundlagen nicht einfach sind.

Den Genossinnen und Genossen, die dies verhandelt haben, gilt großer Dank. Für den Augenblick war mehr nicht zu erreichen. Dies müssen wir immer im Kopf behalten, auch wenn der Rücktritt der Vorsitzenden die Partei vor schwierige Aufgaben stellt. In bin sicher, dass wir diese Krise meistern. Deshalb ist es wichtig, klar und deutlich herauszustellen:

Die Partei in Münster ist handlungsfähig und die Koalitionsverhandlungen laufen weiter. Das ist die wichtigste Botschaft der Münsteraner Sozialdemokratie in die Stadtgesellschaft. Für die Partei ist es wichtig, in einem geordneten Verfahren die Nachfolge zu regeln. Dieses Verfahren hat der Unterbezirksvorstand eingeleitet. Aber es muss gemeinsam daran gearbeitet werden, solidarische Diskussionsformen zu entwickeln, die weder verletzend noch herabwürdigend sind, sondern die sachliche politische Arbeit in den Mittelpunkt stellen.

Wir müssen inhaltlich wieder stärker in die Offensive kommen, denn die programmatische Debatte um die Zukunftsfähigkeit der SPD in Münster muss deutlich verstärkt werden. Dies wird eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Wahlperiode sein!

Eine Verengung der Diskussion auf die Stadtgesellschaft in Münster reicht dabei nicht aus, sondern ein erheblicher Anteil ist bundes- und landespolitischer Themen geschuldet, die natürlich vor dem Hintergrund der vielfältigen, sich überlagernden und gegenseitig verschärfender Krisen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft verortet sind. Das heißt, Kommunalpolitik lässt sich nicht isoliert betrachten, sie spiegelt gesellschaftliche und politische Verwerfungen wider, die weit über Münster hinausreicht.

Damit verbunden ist eine Vielzahl von Fragen, wie ein inhaltlicher Neuanfang der SPD in Münster gestaltet werden soll:
  • Was gehört zum programmatischen Markenkern der SPD in Münster?
  • Wie organisieren wir die Programmarbeit?
  • Wie sieht unsere Vision der SPD in Münster aus?
  • Was bedeutet Zukunftsfähigkeit für unsere Partei?
  • Was macht uns als SPD besonders?
  • Wie wirken wir in die Zivilgesellschaft hinein?

Die SPD in Münster muss wieder als gestaltende Kraft wahrgenommen werden. Hierzu müssen Netzwerke entstehen und/oder bestehende weiterentwickelt werden. Wir müssen wieder verstärkt in die zivilgesellschaftlichen Debatten hinein.

Innerparteilich haben wir im Unterbezirk (wenn auch überlagert von der aktuellen Situation) erste Beschlüsse verabschiedet:
  • Es wird eine Arbeitsgruppe „Wahlanalyse und Strategie“ gebildet, die Mitte 2026 einen Bericht vorlegen wird.
  • Es wird an einer Digitalisierungsstrategie gearbeitet, um die Kommunikationsprozesse innerhalb der gesamten Partei zu verbessern
  • Es gibt zahlreiche weiter Vorschläge für die Verbesserung der Kommunikation der Ortsvereine untereinander und mit dem Unterbezirksvorstand.

Wenn es uns gelingt dies zu verbinden mit einer vorrausschauenden programmatischen Arbeit für die Zukunftsfähigkeit unserer Partei, sind wir auf einem guten Weg – dann auch mit einer neuen Doppelspitze.

Vor diesem Hintergrund sollten wir mit Zuversicht in die Arbeit des neuen Jahres starten.

Solidarische Grüße, Günter Pruin

Beisitzer im Vorstand des OV Hiltrup/Berg-Fidel