Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell vor extremer Hitze in Nordrhein-Westfalen. Temperaturen von deutlich über 35 Grad werden erwartet – und das bereits Ende Juni. Solche Hitzewellen treten immer häufiger auf und dauern oft länger an. Sie sind eine der deutlichsten Folgen des Klimawandels.
Vor sieben Jahren, am 22. Mai 2019, hat der Rat der Stadt Münster den Klimanotstand ausgerufen. Münster war damit die erste Großstadt in Nordrhein-Westfalen, die diesen Schritt gegangen ist. Das war ein wichtiges Signal. Doch heute zeigt sich: Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Er ist in unserem Alltag angekommen.
Deshalb reicht es nicht, den Klimanotstand auszurufen – seine Folgen müssen bei allen kommunalen Entscheidungen konsequent berücksichtigt werden. Klimaanpassung muss zu einer Selbstverständlichkeit werden. Das bedeutet mehr Bäume und Schatten, entsiegelte Flächen statt zusätzlichem Beton, Trinkwasserbrunnen, kühlere öffentliche Aufenthaltsorte und eine klimaangepasste Planung von Straßen, Plätzen und Neubaugebieten. Klimaanpassung ist keine freiwillige Aufgabe, sondern eine Investition in die Gesundheit und Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger.
Besonders aufmerksam müssen wir in diesen Tagen auf die Menschen achten, die unter der Hitze am meisten leiden. Ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke und Pflegebedürftige brauchen unsere Unterstützung. Ein kurzer Besuch, ein Anruf oder die Nachfrage, ob ausreichend getrunken wird, können Leben schützen.
Auch jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen:
- ausreichend trinken,
- körperliche Anstrengungen möglichst in die Morgen- oder Abendstunden verlegen,
- Wohnräume kühl halten,
- die Mittagssonne meiden,
- und auf Nachbarn, Freunde und Angehörige achten.
Der Klimawandel lässt sich nicht wegdiskutieren. Wir müssen alles dafür tun, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Gleichzeitig müssen wir unsere Städte und Gemeinden auf die Folgen vorbereiten. Beides gehört zusammen.
Die aktuelle Hitzewelle zeigt: Der Klimanotstand ist keine politische Parole von gestern. Er ist ein Auftrag zum Handeln – heute und in den kommenden Jahren.