Ich setze mich in Hiltrup für einen Gedenkort „Lager Waldfrieden“ ein. Damit verbunden ist für mich aber das nachfolgende aktuelle Thema, zu dem ich Stellung beziehen möchte:
Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten viel für die Aufarbeitung seiner NS-Vergangenheit getan. Dennoch bleibt ein blinder Fleck: das Schicksal der noch lebenden polnischen Opfer der deutschen Besatzung.
Juristisch mag die Frage von Reparationen umstritten oder sogar abgeschlossen sein. Moralisch ist sie es nicht. Wer Verfolgung, Folter, Zwangsarbeit oder Konzentrationslager überlebt hat, verdient mehr als Worte des Bedauerns. Eine finanzielle Anerkennung wäre keine Wiedergutmachung – denn das erlittene Unrecht lässt sich nicht aufwiegen. Sie wäre vielmehr ein Zeichen des Respekts und des Eingeständnisses historischer Verantwortung.
Die Zahl der Überlebenden wird jedes Jahr kleiner. Gerade deshalb drängt die Zeit. Die dafür erforderlichen Mittel wären für Deutschland überschaubar, ihre symbolische Wirkung dagegen enorm. Eine solche Geste könnte zeigen, dass Deutschland nicht nur an seine Vergangenheit erinnert, sondern auch bereit ist, den letzten noch lebenden Opfern mit konkreter Solidarität zu begegnen.
Ein solcher Schritt würde zugleich die deutsch-polnischen Beziehungen stärken und ein wichtiges Signal für ein gemeinsames Europa senden. Verantwortung endet nicht mit juristischen Argumenten – sie zeigt sich im Handeln.