Eine gute Nachricht für das beginnende Ausbildungsjahr!

Die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung macht Mut: 76 Prozent der Schülerinnen und Schüler können sich eine Berufsausbildung vorstellen. Und noch erfreulicher: Neun von zehn Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Das zeigt, dass die duale Ausbildung für viele junge Menschen ein guter und erfolgreicher Weg ins Berufsleben ist. Die Konsequenz daraus kann eigentlich nur lauten: Schulen aller Schulformen sollten die Berufsorientierung weiter stärken und Praktika als festen Bestandteil der Schullaufbahn verstehen. Ein Praktikum vermittelt Erfahrungen, die kein Unterricht ersetzen kann. Jugendliche entdecken ihre eigenen Stärken, lernen Berufe realistisch kennen und knüpfen erste Kontakte zu Betrieben.

Dabei habe ich über viele Jahre eine Erfahrung gemacht: Die besten Praktikumsbetreuer sind häufig die Auszubildenden selbst. Sie sprechen die Sprache der Jugendlichen, kennen deren Fragen und Unsicherheiten und begegnen ihnen auf Augenhöhe. Gerade deshalb sind sie glaubwürdige Botschafter für ihren Beruf und ihren Ausbildungsbetrieb. Auch für die Betriebe lohnt sich dieser Ansatz. Die Rückmeldungen der Auszubildenden über Praktikantinnen und Praktikanten sind oft erstaunlich treffsicher. Sie erleben die jungen Menschen im Arbeitsalltag, erkennen Motivation, Teamfähigkeit und Interesse häufig besser als ein kurzes Vorstellungsgespräch. Solche Einschätzungen können bei der Auswahl zukünftiger Auszubildender eine wertvolle Entscheidungshilfe sein.

Die berufliche Zukunft kann dabei sogar oft direkt vor der eigenen Haustür beginnen: Allein im Kammerbezirk Münster werden rund 250 Ausbildungsberufe angeboten. Die eigentliche Herausforderung ist nicht das Angebot, sondern junge Menschen und Betriebe frühzeitig zusammenzubringen. Wer über Fachkräftemangel klagt, sollte deshalb frühzeitig Kontakte ermöglichen. Praktikumsplätze sind keine Belastung, sondern eine Investition in die Fachkräfte von morgen. Gerade Schülerinnen und Schüler mit schwächeren Schulabschlüssen brauchen Ermutigung statt Vorbehalte. Die Studie zeigt, dass sie häufig an ihren Chancen zweifeln – obwohl gerade für sie eine Berufsausbildung der wichtigste Einstieg in ein selbstständiges Berufsleben sein kann.

Mehr Praktika, mehr Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben und der gezielte Einsatz von Auszubildenden als Ausbildungsbotschafter wären deshalb ein Gewinn für alle Beteiligten. Denn kein Berufsberater kann einen Beruf so überzeugend vermitteln wie ein gut begleitetes Praktikum.