SPD-Kritik an der städtischen Bäderplanung – Hiltrup braucht ein verlässliches Sanierungskonzept
Die Zukunft der Münsterschen Bäderlandschaft bleibt weiter ungeklärt. Die lang angekündigte Verwaltungsvorlage zur Zukunft der städtischen Bäder bleibt aus Sicht der SPD-Ratsfraktion deutlich hinter den Erwartungen zurück. Statt der für diesen Herbst angekündigten konkreten Handlungsvorschläge sollen priorisierte Maßnahmen nun erst im Frühjahr 2027 vorgelegt werden. Der sportpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Philipp Hagemann, und der Fraktionsvorsitzende Stephan Brinktrine kritisieren diese Verzögerung heute deutlich. Nach Jahren der Diskussion brauche Münster endlich Entscheidungen statt weiterer Prüfaufträge. Insbesondere fordert die SPD mehr finanzielle Klarheit über den tatsächlichen Sanierungsbedarf der einzelnen Bäderstandorte.
Was bedeutet das für uns in Hiltrup?
Auch das Hallenbad Hiltrup gehört zu den Standorten, bei denen die Stadt einen erheblichen Sanierungsbedarf festgestellt hat. Die Badewassertechnik sowie die Steuer- und Schaltanlagen sind veraltet. Auch die Filteranlagen müssen mittelfristig erneuert werden. Eine gute Nachricht gibt es immerhin: Für die technische und energetische Sanierung des Hallenbades wurde eine Bundesförderung in Höhe von 1,2 Millionen Euro ausgewählt. Ursprünglich hatte die Stadt 3,15 Millionen Euro beantragt. Das ist ein wichtiger Beitrag. Es beantwortet allerdings noch längst nicht die entscheidende Frage: Wie sieht die Stadt die langfristige Zukunft des Hallenbades Hiltrup und welche Investitionen sind dafür tatsächlich erforderlich/möglich?
Wir brauchen ein Gesamtkonzept statt einzelner Reparaturmaßnahmen
Aus unserer Sicht ist dss Hallenbades Hiltrup ein unverzichtbarer Bestandteil der örtlichen Infrastruktur und erfüllt eine wichtige Funktion für Schulen, Schwimmvereine, Familien und den Freizeitsport und Gesundheitsangebote. Gerade deshalb darf die Stadt die notwendigen Investitionen nicht aufschieben. Wir brauchen eine vollständige Bestandsaufnahme und eine belastbare Kostenschätzung für die erforderliche technische und bauliche Sanierung. Ebenso notwendig ist eine klare zeitliche Perspektive: Welche Maßnahmen müssen kurzfristig erfolgen? Welche Investitionen stehen in den kommenden fünf bis zehn Jahren an? Und wie kann der Badebetrieb während der Sanierungsarbeiten möglichst aufrechterhalten werden?
Die bisherige Erfahrung mit der städtischen Bäderlandschaft zeigt, dass aufgeschobene Investitionen die Probleme nicht lösen, sondern den Sanierungsbedarf langfristig vergrößern.
Hiltrup darf bei der Priorisierung nicht ins Hintertreffen geraten
Das Ostbad steht mit einem bereits bezifferten Sanierungsbedarf von mindestens 20 Millionen Euro besonders im Fokus. Für das Hallenbad Hiltrup fehlt bislang eine vergleichbare Gesamtkostenschätzung. Das muss sich ändern! Solange der tatsächliche Investitionsbedarf für Hiltrup nicht ermittelt ist, lässt sich auch keine faire Priorisierung innerhalb der städtischen Bäderlandschaft vornehmen. Die angespannte Haushaltslage der Stadt Münster macht eine sorgfältige Planung und Priorisierung zweifellos notwendig. Sie darf aber nicht dazu führen, dass notwendige Investitionen in den Stadtteilen immer weiter verschoben werden.
Ein weiterer Aspekt darf bei der Betrachtung nicht fehlen: Hiltrup entwickelt sich weiter. Allein in Hiltrup-Ost sind umfangreiche neue Wohnbauentwicklungen mit mehr als 1.000 Wohneinheiten vorgesehen. Zusammen mit weiteren Vorhaben im südlichen Stadtgebiet wird die Einwohnerzahl weiter wachsen. Wer neue Wohngebiete plant und zusätzlichen Wohnraum schafft, muss auch die dazugehörige soziale, schulische und sportliche Infrastruktur im Blick behalten. Ein wohnortnahes Hallenbad ist dabei keine beliebige Freizeitoption. Es ist wichtig für das Schwimmenlernen von Kindern, den Schulsport, die Vereinsarbeit und die Gesundheitsvorsorge.
Was wir jetzt von der Stadt erwarten
Die spätenstens im Januar anstehenden Beratungen in der Bezirksvertretung Hiltrup bieten Gelegenheit, die Interessen unseres Stadtteils deutlich zu formulieren. Wir erwarten von der Verwaltung:- eine vollständige und belastbare Ermittlung des Sanierungsbedarfs für das Hallenbad Hiltrup,
- eine klare Unterscheidung zwischen kurzfristig notwendigen Maßnahmen und langfristigen Investitionen,
- einen verbindlichen Zeit- und Maßnahmenplan,
- eine Darstellung, wie der Badebetrieb während der Sanierungsarbeiten möglichst gesichert werden kann,
- eine nachvollziehbare Berücksichtigung des zukünftigen Bedarfs im südlichen Stadtgebiet.
Unser Anliegen ist klar: Das Hallenbad Hiltrup soll nicht nur funktionieren, sondern auch langfristig technisch und energetisch auf einem zeitgemäßen Stand bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Klarheit, Planungssicherheit und eine verlässliche Investitionsperspektive. Es ist an der Zeit, vom Prüfen zum Entscheiden zu kommen!