Ein schrecklicher Vorfall erschüttert die Öffentlichkeit: Ein 36-jähriger Zugbegleiter wurde bei einer Fahrscheinkontrolle in einem Regionalexpress lebensbedrohlich verletzt und starb später an seinen Verletzungen. Diese Gewalttat ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines wachsenden Problems: Gewalt, Bedrohungen und tägliche Übergriffe gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Verkehr nehmen deutlich zu.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) spricht von einer „neuen, schlimmen Qualität“ der Gewalt, unter der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter heute leiden. Laut Gewerkschaft haben bereits rund ein Drittel aller Bahnmitarbeiter Angst vor ihrem Arbeitsalltag – und das muss uns alarmieren.
Sicherheit darf kein Luxus sein. Menschen sollen sich auf Bahnreisen auf das Verkehrsmittel verlassen können – sowohl aus Sicht der Fahrgäste als auch derjenigen, die diesen Dienst mit großem Engagement leisten.
Deshalb unterstützen wir klar und entschieden:
✔ Stärkere Schutzmaßnahmen für Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter, damit kein Mensch allein und schutzlos im Dienst unterwegs ist.
✔ Verpflichtende Doppelbesetzungen in Regionalzügen – das reduziert Risiko und schafft zusätzlichen Raum für Deeskalation und
✔ Flächendeckende Ausstattung mit Bodycams und Notfallkommunikation, um gefährliche Situationen schneller zu erkennen und zu entschärfen.
Warum jetzt handeln?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Es gab zuletzt mehrere tausend Angriffe auf Bahnmitarbeiter im Jahr, im Durchschnitt mehrere pro Tag – deutlich mehr als früher, berichten zahlreiche Medien. Gerade diejenigen, die uns täglich sicher von A nach B bringen, dürfen nicht zum Ausgleich für Personalmangel, fehlende Präsenz oder mangelnde Durchsetzungskraft im Rechtssystem werden.
Die Forderung nach Doppelbesetzung ist mehr als eine gewerkschaftliche Position – sie ist eine Forderung vieler Bahnkundinnen und -kunden, die sich in den Zügen wieder mehr Sicherheit wünschen. Ein Zug mit zwei qualifizierten Ansprechpartnern für Konfliktsituationen erhöht die Präsenz, schafft mehr Handlungsoptionen und wirkt präventiv gegen Eskalationen.
Sicherheit kostet – doch wir alle profitieren davon
Klar ist: Mehr Sicherheit kostet Geld. Aber dieses Geld sollte nicht auf Kosten der Beschäftigten gespart werden. Gesellschaft und Politik müssen dafür sorgen, dass die Kosten für mehr Sicherheit nicht von denen getragen werden, die im Dienst für uns stehen, sondern faire, nachhaltige Investitionen ins System fließen.
Denn: Sicherheit ist kein Nebenprodukt des Bahnverkehrs – sie ist Grundvoraussetzung für Akzeptanz und Nutzung unseres öffentlichen Verkehrsnetzes. Wenn Menschen sich sicher fühlen, steigt die Nutzung – und wir gewinnen als Gesellschaft: weniger Stau, weniger Emissionen, mehr Zusammenhalt.
Wir möchten das die SPD sich dafür einsetzt, dass Schutz und Sicherheit im Bahnverkehr politisch ernst genommen werden – sowohl im Bund als auch in den Ländern. Wir stehen an der Seite der Beschäftigten und der Fahrgäste:
Wir wollen, dass diejenigen, die uns täglich sicher durch das Land bringen, nicht allein gelassen werden.
Wir wollen, dass der öffentliche Verkehr für alle wieder attraktiv und verlässlich wird.
Wir wollen ein modernes, sicheres Deutschland – mit einer Bahn, die verbindet und schützt.
Denn am Ende geht es um Respekt, Sicherheit und Solidarität – und das ist eine Frage unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts.