Aktuelles

  • Der Alltag vieler Familien in Deutschland sieht heute ziemlich unspektakulär aus – und genau deshalb ist er so aufschlussreich. Kinder fahren mit dem Bus oder laufen zur Schule, Jugendliche sind oft mit Fahrrad oder Bahn unterwegs, und die Eltern steigen morgens ins Auto, um zur Arbeit zu fahren, Besorgungen zu erledigen oder die Kinder zu Aktivitäten zu bringen.

    Die große Studie Mobilität in Deutschland, durchgeführt im Auftrag des Bundesministerium für Digitales und Verkehr, zeigt: Das Auto spielt im Alltag weiterhin eine viel größere Rolle, als viele vermuten.

    Das überrascht mich ehrlich gesagt nicht. In Zeiten von Klimadebatte und politischer Korrektheit neigen viele Menschen in meinem Umfeld dazu, ihre tatsächliche Autonutzung eher herunterzuspielen. Aber die Realität ist eine andere: Viele Menschen – junge ebenso wie ältere – hängen stärker an ihrem Auto, als mancher erwartet.

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  • Seit rund einem Jahr gilt in vielen Städten Nordrhein-Westfalens wieder die Mietpreisbremse. Sie soll verhindern, dass Mieten bei neuen Verträgen in angespannten Wohnungsmärkten ungebremst steigen. Gerade in Städten mit wachsender Nachfrage – etwa in Münster, Köln oder Düsseldorf – ist das Thema für viele Menschen ganz konkret spürbar. Die Frage nach einem Jahr lautet: Wirkt die Bremse – und reicht sie aus?

    Nach einem Jahr zeigt sich: Die Mietpreisbremse ist kein Allheilmittel – aber sie kann übermäßige Preissprünge dämpfen. Studien und Berichte zeigen, dass sie insbesondere dort wirkt, wo der Wohnungsmarkt besonders angespannt ist. Gleichzeitig wird deutlich: Eine Bremse allein löst das Problem nicht. Sie kann Tempo reduzieren, aber sie schafft keine neuen Wohnungen.

    Die Mietpreisbremse kann helfen, den Markt kurzfristig zu beruhigen. Doch die eigentliche Lösung liegt im Neubau. Oder um im Bild zu bleiben:
    Manchmal muss man auf die Bremse treten, um Schaden zu vermeiden. Aber dauerhaft sicher unterwegs ist man nur, wenn der Weg frei ist.

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  • Über Jahre hinweg haben wir in Münster mit großem Kraftaufwand neue Kita-Plätze geschaffen. Der Bedarf war hoch, der Rechtsanspruch musste erfüllt werden. Nun erleben wir eine neue Situation: In mehreren Stadtteilen bleiben Plätze frei, Träger geraten unter wirtschaftlichen Druck, das Jugendamt reagiert mit einer moderaten Anpassung der Platzzahlen und gezielten Zuschüssen.

    Das ist richtig und notwendig. Einrichtungen dürfen nicht vorschnell schließen, Fachkräfte dürfen wir nicht verlieren.

    Die aktuelle Situation ist kein Anlass zum Rückzug, sondern eine Einladung zum Aufbruch.

    Wenn wir jetzt klug handeln, kann Münster zeigen, dass eine Phase freier Plätze nicht Stillstand bedeutet – sondern den Einstieg in eine neue Qualitätsstufe der Bildungs- und Familienpolitik.

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  • Am 27. Februar ist Equal Pay Day. Dieses Datum markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Vorjahreseinkommen von Männern zu kommen. Vom 1. Januar bis heute arbeiten Frauen rechnerisch unbezahlt, während Männer seit Jahresbeginn für ihre Arbeit entlohnt werden.

    Der Hintergrund ist ernüchternd: Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt noch immer rund 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Zwar ist die Lohnlücke in den vergangenen Jahren kleiner geworden – geschlossen ist sie aber noch lange nicht.

    Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit ist kein Privileg, sondern eine Selbstverständlichkeit in einer gerechten Gesellschaft.

    Der Equal Pay Day ist daher nicht nur ein Symboltag. Er ist ein Auftrag: weiterzumachen, Ungleichheiten offen zu benennen und politische Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Gleichstellung nicht nur ein Versprechen bleibt, sondern Realität wird.

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