Als Russland am 24. Februar 2022 seinen völkerrechtswidrigen Angriff begann, konnten sich viele in Europa nicht vorstellen, dass dieser Krieg Jahre dauern würde. Heute wissen wir: Er hat unsere Welt verändert. Alte Gewissheiten sind zerbrochen, sicher geglaubte Ordnungen ins Wanken geraten.
Der Angriff auf die Ukraine durch Russland ist nicht nur ein regionaler Konflikt. Er ist ein Angriff auf die europäische Friedensordnung, auf das Selbstbestimmungsrecht von Staaten und auf die Idee, dass Grenzen nicht mit Gewalt verschoben werden dürfen.
Vier Jahre lang verteidigen die Menschen in der Ukraine ihr Land – unter unermesslichen Opfern. Sie riskieren ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Zukunft. Familien werden auseinandergerissen, Städte zerstört, Biografien gebrochen. Unser Mitgefühl gilt den Opfern dieses Krieges: den Getöteten, den Verletzten, den Vertriebenen – und all jenen, die täglich mit Angst und Verlust leben müssen.
Zugleich verdient die Ukraine unsere Anerkennung. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit zeigen, was es heißt, für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung einzustehen. Diese Haltung mahnt auch uns: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Sicherheit muss politisch gestaltet, Demokratie aktiv verteidigt werden.
Für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten bleibt klar: Wir stehen an der Seite der Ukraine. Humanitäre Hilfe, politische Unterstützung, wirtschaftliche Stabilisierung und – im Rahmen unserer Verantwortung – auch militärische Unterstützung sind Ausdruck dieser Solidarität.
Doch Solidarität bedeutet mehr als Hilfe im Hier und Jetzt. Sie heißt auch, aus diesem Krieg zu lernen: Europas Verteidigungsfähigkeit zu stärken, Abhängigkeiten zu reduzieren, internationale Partnerschaften zu festigen und Diplomatie immer wieder neu zu suchen – ohne Naivität, aber mit klarem Kompass.
Die Zukunft ist offen. Und damit sie offen bleibt, riskieren viele Menschen in der Ukraine ihr Leben. Ihnen sind wir verpflichtet.
Vier Jahre Krieg erinnern uns daran, wie zerbrechlich Frieden ist – und wie wertvoll. Unsere Aufgabe ist es, alles dafür zu tun, dass aus diesem Krieg eines Tages ein gerechter und dauerhafter Frieden erwächst.