Wer auf das neue Heizungsgesetz gewartet hat, um endlich Klarheit für die eigene Heizungsentscheidung zu bekommen, dürfte feststellen: Viel Lärm, wenig neue Perspektive.
In der Bundesdebatte wird suggeriert, mit der Reform des Gebäudeenergiegesetzes gäbe es nun wieder echte Alternativen:
- Öl mit Bio-Anteil
- Gas mit Biomethan
- H₂-ready-Heizungen
Aber diese Optionen sind keine tragfähige Massenlösung.
- Biomassepotenziale sind begrenzt.
- Wasserstoff ist extrem ineffizient für Raumwärme.
- und synthetische Gase werden auf absehbare Zeit knapp und teuer bleiben.
Wahlfreiheit ist wichtig. Aber sie darf nicht zur Illusion werden.
Fast unbemerkt liegt Münsters kommunale Wärmeplanung längst vor
. Während in Berlin über „Zwang“ oder „Wahlfreiheit“ gestritten wird, hat Münster seine Hausaufgaben gemacht. Der Wärmeplan beschreibt nüchtern, wie die Wärmeversorgung in den kommenden Jahrzehnten realistisch aussehen kann – und wo eben nicht.
Der Wärmeplan für Münster macht drei Dinge deutlich:
- Eine flächendeckende Versorgung mit Wasserstoff für Privathaushalte ist nicht vorgesehen. Wasserstoff bleibt – wenn überhaupt – eine Option für Industrie, Gewerbe und einzelne zentrale Anwendungen.
- Eine vollflächige Fernwärmeversorgung wird es nicht geben. Wärmenetze werden gezielt dort ausgebaut, wo sie wirtschaftlich und technisch sinnvoll sind – vor allem in dichter Bebauung.
- In weiten Teilen der Stadt wird die Wärmewende dezentral stattfinden. Das heißt: Wärmepumpen, Umweltenergie, Effizienzmaßnahmen.
Im Zielszenario 2045 sollen rund 65 % des Wärmebedarfs über Wärmepumpen gedeckt werden. Das ist keine Ideologie – das ist die modellierte Realität der Transformation.
Der Wärmeplan spricht offen von rückläufigen Anschlussquoten im Erdgasnetz. Perspektivisch werden auch Stilllegungen einzelner Netzbereiche in Betracht gezogen. Das ist ehrlich. Und es bedeutet: Wer heute noch in eine neue fossile Heizung investiert, geht ein strukturelles Risiko ein. Denn:
- Die CO₂-Bepreisung steigt.
- Die Zahl der Gaskunden sinkt.
- Die Netzkosten verteilen sich auf immer weniger Schultern.
Lassen Sie sich nicht aufs Glatteis führen. Die entscheidenden Rahmenbedingungen stehen nicht im politischen Schlagabtausch, sondern in den physikalischen und wirtschaftlichen Fakten:
- Das Gasnetz wird perspektivisch kleiner.
- Wasserstoff ist keine Lösung für Einfamilienhäuser.
- Fernwärme kommt nur in bestimmte Quartiere.
Wer heute eine Entscheidung treffen muss, sollte nicht auf Schlagzeilen hören – sondern auf Erfahrungen vor Ort. Sprechen Sie mit Nachbarinnen und Nachbarn, die bereits eine Wärmepumpe betreiben. Viele berichten von stabilen Betriebskosten, leiser Technik und hoher Alltagstauglichkeit.
Denken Sie jetzt in Ruhe nach.
Gehen Sie das Projekt gut geplant an.
Nutzen Sie Beratung, prüfen Sie Fördermöglichkeiten, kombinieren Sie die neue Heizung möglichst mit Photovoltaik.
Die Wärmewende ist keine ideologische Frage.
Sie ist eine Investitionsentscheidung für die nächsten 20 Jahre.
Und Münsters Wärmeplanung zeigt: Die Richtung ist längst klar.