In der Nacht zum Sonntag wurden die Uhren wieder vorgestellt: Um 2 Uhr sprang die Zeit direkt auf 3 Uhr – die Sommerzeit hat begonnen. Damit gilt bis Ende Oktober die Mitteleuropäische Sommerzeit. Eingeführt wurde sie in Deutschland 1980, ursprünglich mit dem Ziel, Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. Doch der Nutzen der Zeitumstellung wird seit Jahren kritisch diskutiert. Studien zeigen, dass die Umstellung auf die Sommerzeit für viele Menschen eine Belastung sein kann.
Für unseren Körper bedeutet die Umstellung vor allem eines: eine Stunde weniger Schlaf. Der biologische Rhythmus gerät aus dem Takt – ähnlich wie bei einem kleinen Jetlag. In den Tagen nach der Zeitumstellung berichten viele Menschen über Müdigkeit, Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass in der ersten Woche nach der Umstellung mehr Verkehrsunfälle und Herz-Kreislauf-Probleme auftreten können. Der Grund liegt in der kurzfristigen Störung unseres natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Auch Umfragen zeigen: Viele Menschen empfinden die Zeitumstellung als Belastung. Rund 30 % der Deutschen berichten von Beschwerden, Frauen häufiger als Männer. Besonders verbreitet sind Müdigkeit, Einschlafprobleme und Reizbarkeit.
Die Diskussion über ein Ende der Zeitumstellung läuft schon lange. Bereits 2018 sprach sich eine große Mehrheit der EU-Bürger in einer Befragung für ihre Abschaffung aus. Doch bis heute fehlt eine gemeinsame Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten, welche Zeit dauerhaft gelten soll. Deshalb bleibt vorerst alles beim Alten: Zweimal im Jahr wird weiterhin an der Uhr gedreht.
Bis sich der Körper an die neue Zeit gewöhnt hat, empfehlen Fachleute ein paar einfache Maßnahmen:- möglichst früh Tageslicht tanken
- sich draußen bewegen
- abends etwas früher schlafen gehen
- und auf regelmäßige Schlafzeiten achten.
Gerade für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zeigt sich jedes Jahr aufs Neue, dass diese Umstellung mehr ist als eine Kleinigkeit. Wer früh zur Arbeit muss, im Schichtdienst arbeitet oder Familie und Beruf unter einen Hut bringen muss, spürt die Folgen besonders deutlich. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und ein durcheinandergeratener Tagesrhythmus sind keine gute Grundlage für einen anstrengenden Arbeitsalltag.
Wenn Politik ernst nimmt, wie wichtig Gesundheit, verlässliche Arbeitszeiten und ein planbarer Alltag sind, dann sollte sie auch diese Frage endlich klären. Seit Jahren liegt eine breite Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger zur Abschaffung der Zeitumstellung vor – doch Europa ringt weiterhin um eine gemeinsame Lösung. Es wäre an der Zeit, hier voranzukommen. Eine dauerhafte, verlässliche Zeitregelung würde den Alltag vieler Menschen einfacher machen und unnötige Belastungen vermeiden.