Autor Hermann Geusendam-Wode

  • Unsere Gesellschaft diskutiert derzeit intensiv darüber, wie Menschen länger arbeiten können. Vielleicht sollten wir zunächst darüber sprechen, wie wir erreichen, dass sie es auch wollen.

    Der Fachkräftemangel wird sich jedenfalls nicht allein dadurch lösen lassen, dass immer neue Mitarbeiter gewonnen werden. Mindestens genauso wichtig ist es, die Menschen zu halten, die bereits da sind. Erfahrung, Loyalität und gewachsenes Wissen sind keine Kostenfaktoren, sondern strategische Stärken eines Unternehmens. Deshalb sollten wir aufhören, Beschäftigte ab 50 als Menschen in den „letzten Berufsjahren“ zu betrachten. Für viele beginnt gerade dann ein neuer Lebensabschnitt – mit neuen Freiräumen, neuen Ideen und der Bereitschaft, noch einmal Verantwortung zu übernehmen. Wer diesen Schatz erkennt und fördert, gewinnt motivierte Menschen, stärkt die Innovationskraft seines Unternehmens und bindet Beschäftigte, die oft auch dann bleiben, wenn es einmal schwierig wird.

    Experience matters. Lebensleistung zählt. Und Loyalität verdient Zukunft.

    Datum · Autor

  • Wer in diesen Tagen auf der Autobahn unterwegs ist, sieht sie überall: Lastwagen, die unsere Supermärkte, Baustellen, Krankenhäuser und Unternehmen versorgen. Ohne die Fahrerinnen und Fahrer würde unser Alltag innerhalb weniger Tage zusammenbrechen. Und doch behandeln wir viele von ihnen so, als wären sie nur Teil der Verkehrskulisse.

    Gerade jetzt in der Ferienzeit wird das besonders sichtbar. Während Familien in den Urlaub fahren, beginnt für viele Lkw-Fahrer das Wochenende auf einem überfüllten Rastplatz. Kein schattiger Platz, oft keine ausreichenden Sanitäranlagen, kaum Privatsphäre. Statt Erholung gibt es Hitze im Fahrerhaus, Lärm und die ständige Suche nach einem freien Parkplatz. Man muss sich das nur einmal bewusst ansehen. Wer an einem Rastplatz anhält, sollte nicht nur auf sein eigenes Reiseziel schauen, sondern auch auf die Menschen, die dort oft tage- oder wochenlang leben müssen. Viele kommen aus anderen europäischen Ländern, sind weit von ihren Familien entfernt und arbeiten unter Bedingungen, die wir für uns selbst kaum akzeptieren würden.

    Datum · Autor

  • Wer an die Niederlande denkt, hat meist Grachten, Deiche und reichlich Wasser vor Augen. Doch ausgerechnet unser westlicher Nachbar sieht sich derzeit mit einem ernsten Problem konfrontiert: anhaltende Trockenheit und zunehmender Wassermangel.

    Nach mehreren trockenen Wochen haben die niederländischen Behörden ihre Maßnahmen verschärft. Das vorhandene Süßwasser wird gezielt verteilt, damit die Trinkwasserversorgung gesichert bleibt und Deiche, Schleusen sowie empfindliche Naturgebiete geschützt werden können. Teilweise wird die Bewässerung eingeschränkt, Schiffe müssen mit längeren Wartezeiten rechnen und die Landwirtschaft steht vor zusätzlichen Herausforderungen.

    Datum · Autor

  • Wer heute am Emmerbach in Hiltrup-Ost spazieren geht, sieht einen Bach mit sanften Kurven, flachen Ufern und viel Grün. Kaum jemand ahnt, dass das nicht immer so war. Tatsächlich war der Emmerbach über viele Jahre begradigt. Das galt damals als modern. Und er war kein Einzelfall. In den 1960er- und 1970er-Jahren war die sogenannte Flurbereinigung ein Zukunftsprojekt. Felder wurden größer, Wallhecken entfernt, Drainagen verlegt und Bäche begradigt. Auch viele schmale, kurvenreiche Landstraßen wurden ausgebaut, damit der Verkehr schneller fließen konnte. Das alles geschah nicht aus Gedankenlosigkeit. Im Gegenteil: Man wollte die Landwirtschaft leistungsfähiger machen, Dörfer besser anbinden und wirtschaftlichen Fortschritt ermöglichen. Nach dem damaligen Wissensstand waren das vernünftige Entscheidungen.

    Heute wissen wir mehr. Mit den Wallhecken verschwanden Lebensräume für Vögel und Insekten. Begradigte Bäche verloren ihre natürliche Dynamik. Regenwasser floss schneller ab, anstatt in der Landschaft gespeichert zu werden. Und aus vielen idyllischen Landstraßen wurden Tempo-100-Strecken, auf denen es immer wieder schwere Unfälle gab. Fortschritt hat manchmal seinen Preis. Und manchmal erkennen wir ihn erst viele Jahre später.

    Datum · Autor

  • „Die Entscheidung des Zulassungsausschusses, den einzigen Hausarztsitz aus Berg Fidel dauerhaft an einen anderen Standort zu verlegen, ist für uns nicht akzeptabel. Sie schafft ein Problem. Sie mag zwar den Regeln der ärztlichen Selbstverwaltung entsprechen, den Lebensrealitäten der Menschen in Berg Fidel wird sie jedoch nicht gerecht.“ – Annette Ulrich (SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Hiltrup) und Hermann Geusendam-Wode (Ortsvereinsvorsitzender).

    Wir fordern deshalb, dass der Zulassungsausschuss seine Entscheidung noch einmal kritisch überprüft und alle Möglichkeiten nutzt, um in Berg Fidel wieder ein wohnortnahes Hausarztangebot zu etablieren. Die Menschen in Berg Fidel haben den gleichen Anspruch auf eine gute medizinische Versorgung wie alle anderen Münsteranerinnen und Münsteraner. Gesundheitliche Daseinsvorsorge darf keine Frage des Wohnortes sein!

    Datum · Autor