Autor Hermann Geusendam-Wode

  • Die Ankündigung, in den Parkhäusern der WBI in Münster künftig auf ein schrankenloses, digitales Parksystem umzustellen, klingt auf den ersten Blick nach Fortschritt. Kein Ticket mehr ziehen, kein Anhalten an der Schranke, stattdessen automatische Kennzeichenerkennung und digitale Abrechnung – so jedenfalls das Versprechen.

    Doch wie so oft liegt die Wahrheit im Detail. Und für viele regelmäßige Nutzer könnte sich diese „Modernisierung“ zunächst wie ein Rückschritt anfühlen.

    Bislang gab es mit der Stadtwerke-Karte eine Lösung, die im Alltag hervorragend funktionierte: Einfahren ohne Ticket, Ausfahren ohne Verzögerung – kein Anstehen am Automaten, kein Kleingeld, kein Zeitverlust. Wer dieses System nutzte, hatte den digitalen Komfort bereits im Alltag.
    Mit der Umstellung droht genau dieser Vorteil verloren zu gehen. Denn die neue Technik ersetzt das alte System nicht nahtlos, sondern stellt es faktisch infrage – zumindest solange, bis eine Integration tatsächlich umgesetzt ist. Und die steht, wie so oft, zunächst nur „in Aussicht“.
    Das Ergebnis: Für viele Nutzer heißt es wieder warten. Wieder Schlange stehen. Wieder Zeit verlieren.

    Fortschritt für wen?

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  • Die Entwicklung ist eindeutig – und sie macht vielen Menschen Sorgen: Bankfilialen schließen, Geldautomaten verschwinden, persönliche Ansprechpartner werden weniger. Was nach nüchterner betriebswirtschaftlicher Entscheidung klingt, hat in der Realität spürbare Folgen für den Alltag vor Ort.

    Gerade in Stadtteilen wie Berg Fidel oder Hiltrup-Ost haben viele Bürgerinnen und Bürger erlebt, was es bedeutet, wenn vertraute Infrastruktur plötzlich wegbricht. Es geht dabei längst nicht nur um Bargeld. Es geht um Sicherheit, Gewohnheit, Selbstständigkeit – und auch um ein Stück Würde im Alltag.

    Banken argumentieren nachvollziehbar mit Kosten, Digitalisierung und veränderten Nutzungsgewohnheiten. Viele Menschen zahlen heute bargeldlos, Filialen werden weniger frequentiert. Aber: Diese Perspektive greift zu kurz. Denn sie blendet aus, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung weiterhin auf Bargeld angewiesen ist – sei es aus Überzeugung, aus praktischen Gründen oder mangels Alternativen. Ältere Menschen, kleine Gewerbetreibende oder schlicht diejenigen, die ihre Ausgaben bewusst kontrollieren möchten, sind darauf angewiesen, Bargeld unkompliziert abheben zu können. Wenn diese Möglichkeit verschwindet, entsteht nicht nur ein logistisches Problem – sondern auch Frust, Unsicherheit und das Gefühl, nicht mehr mitgedacht zu werden.

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  • SPD Hiltrup-Berg Fidel wählt neuen Vorstand

    Die Mitgliederversammlung des Ortsvereins Hiltrup-Berg Fidel am 21. April 2026 stand ganz im Zeichen von Zusammenhalt, Klarheit und Zuversicht. In einer Zeit, in der gesellschaftliche und politische Herausforderungen die Sozialdemokratie bundesweit fordern, hat unsere SPD vor Ort ein starkes Signal gesetzt: Geschlossenheit, Verantwortungsbewusstsein und der feste Wille, gemeinsam weiterzugehen.

    Bereits zu Beginn der Versammlung wurde deutlich, wie konstruktiv und konzentriert die Arbeit im Ortsverein gelebt wird. Die Berichte des Vorstands und des Kassierers zeigten eine solide Basis, engagierte politische Arbeit und eine klare Perspektive für die kommenden Jahre. Der Vorstand wurde folgerichtig einstimmig entlastet – ein Ausdruck des Vertrauens und der Anerkennung für die geleistete Arbeit.

    Ein Vorstand mit Rückhalt – und klarer Auftrag

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  • Die jüngsten Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Zukunft der gesetzlichen Rente sind ein politisches Signal – und zwar ein problematisches. Wenn die gesetzliche Rentenversicherung künftig nur noch als „Basisabsicherung“ verstanden wird, bedeutet das nichts weniger als eine schleichende Abkehr vom bisherigen sozialstaatlichen Versprechen: Wer ein Leben lang arbeitet, soll im Alter seinen Lebensstandard sichern können.

    Dass Bärbel Bas diesem Kurs klar widerspricht, ist richtig und notwendig.

    Denn die Realität in Deutschland ist eine andere, als sie in wirtschaftsliberalen Konzepten oft dargestellt wird: Für mehr als die Hälfte der Menschen ist die gesetzliche Rente die einzige Form der Alterssicherung. Im Osten gilt das sogar für rund drei Viertel der Bevölkerung. Wer hier ernsthaft fordert, private und betriebliche Vorsorge massiv auszubauen, blendet die Lebenswirklichkeit vieler Menschen aus.

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