Autor Hermann Geusendam-Wode

  • Als ich 1981 meine Krankenpflegeausbildung im UKM begann, war eine Krebsdiagnose oft ein Satz, der das ganze Leben veränderte. Viele verbanden ihn fast automatisch mit Hoffnungslosigkeit. Die medizinischen Möglichkeiten waren begrenzt, viele Therapien sehr belastend und die Heilungschancen deutlich schlechter als heute. Natürlich löst eine Krebsdiagnose auch heute Angst aus. Das wird sich wohl nie ändern. Aber eines hat sich grundlegend verändert:
    Früherkennung, präzisere Diagnostik, schonendere Operationen, zielgerichtete Medikamente, Immuntherapien und hoch spezialisierte Tumorzentren haben die Behandlung vieler Krebsarten grundlegend verändert. Bei zahlreichen Erkrankungen leben Menschen heute deutlich länger – und oft mit einer wesentlich besseren Lebensqualität als noch vor wenigen Jahrzehnten. Forschung und klinische Versorgung arbeiten dabei heute eng zusammen. Am Westdeutschen Tumorzentrum Münster (WTZ) werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Behandlung der Patientinnen und Patienten übertragen.

    Doch dieser Beitrag handelt nicht nur vom medizinischen Fortschritt, er behandelt die Möglichkeiten, die wir quasi vor der Haustür haben. Viele Münsteraner finden es ganz selbstverständlich, worauf viele andere Regionen neidisch schauen: Innerhalb weniger Kilometer verfügt unsere Stadt über eine außergewöhnlich dichte medizinische Spitzenversorgung. Mit dem Universitätsklinikum Münster, dem St. Franziskus-Hospital mit seinem starken onkologischen Schwerpunkt und seinem zweiten Standort Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup sowie den Alexianer-Kliniken mit dem Clemenshospital und der Raphaelsklinik stehen gleich mehrere leistungsfähige Häuser zur Verfügung. Sie arbeiten dort zusammen, wo Zusammenarbeit sinnvoll ist – etwa im gemeinsamen Westfälischen Lungenkrebszentrum von UKM und Franziskus-Hospital – und stehen zugleich in einem gesunden Wettbewerb um Qualität, Spezialisierung und Innovation. Davon profitieren am Ende vor allem die Patientinnen und Patienten. Hinzu kommt eine Einrichtung mit weit überregionalem Ruf: die Fachklinik Hornheide. Gerade bei Hauttumoren und plastisch-rekonstruktiver Chirurgie suchen Menschen aus Norddeutschland gezielt den Weg nach Münster. Ebenso wichtig ist das dichte Netz engagierter Hausärztinnen und Hausärzte sowie Facharztpraxen. Sie sind häufig die ersten, die Veränderungen erkennen, Diagnosen einleiten und ihre Patientinnen und Patienten durch oft schwierige Behandlungswege begleiten. Hochleistungsmedizin beginnt eben nicht erst im Operationssaal, sondern oft in einer guten Hausarztpraxis.

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  • Fast 60 Prozent der Beschäftigten sind überzeugt, dass sich Leistung lohnt. 44 Prozent sind sogar bereit, mehr zu leisten, als ihr Arbeitsvertrag verlangt. Das ist alles andere als eine Gesellschaft, die sich vor Arbeit drückt. Gleichzeitig sagen viele Menschen: Freizeit, Familie und Gesundheit sind ihnen wichtiger geworden. Das ist kein Zeichen von Faulheit, sondern Ausdruck eines gewandelten Lebensverständnisses. Wer nach acht oder neun Stunden Arbeit noch Zeit für Kinder, Ehrenamt, Sport oder die Pflege von Angehörigen haben möchte, verweigert sich nicht der Leistung. Er setzt lediglich andere Prioritäten.

    Diese Umfrage widerlegt ein Stück weit die Erzählung, Deutschland habe ein generelles Leistungsproblem. Wenn fast 60 Prozent an den Wert von Leistung glauben und fast die Hälfte bereit ist, mehr zu leisten als verlangt, dann liegt das eigentliche Problem offenbar weniger bei den Beschäftigten als bei den Bedingungen, unter denen sie arbeiten. Dort sollten Politik und Wirtschaft ansetzen – nicht bei pauschalen Vorwürfen gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Dabei sollten wir uns von einem Missverständnis verabschieden: Leistung ist keine Einbahnstraße. Beschäftigte schulden ihrem Arbeitgeber Einsatz, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Arbeitgeber wiederum schulden ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gute Arbeitsbedingungen, Vertrauen, Beteiligung, Entwicklungsmöglichkeiten und eine faire Bezahlung. Wer Leistung erwartet, muss auch Leistung ermöglichen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, auf das Wissen, die Erfahrungen und die Ideen der Beschäftigten zu verzichten. Wer seine Mitarbeiter ernst nimmt, ihnen Verantwortung überträgt und ihre Vorschläge aufgreift, gewinnt engagierte Menschen, bessere Abläufe und mehr Innovation. Das ist nicht nur gut für die Beschäftigten, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen.

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  • Wir sind jetzt in der Singularität. Das ist der Moment

    Mit diesem Satz sorgte Sam Altman, Vorstandsvorsitzender des amerikanischen KI-Unternehmens OpenAI, vor wenigen Tagen weltweit für Aufmerksamkeit. Viele Menschen dürften die Meldung überlesen haben. Andere werden sich gefragt haben: Was soll das überhaupt bedeuten?

    Der Begriff stammt ursprünglich aus der Informatik und Zukunftsforschung. Gemeint ist der Zeitpunkt, an dem sich technischer Fortschritt immer schneller selbst beschleunigt. Neue KI-Systeme helfen dabei, noch leistungsfähigere KI-Systeme zu entwickeln. Der Fortschritt verläuft dann nicht mehr in Jahrzehnten oder Jahren, sondern möglicherweise in Monaten oder sogar Wochen. Ob wir diesen Punkt tatsächlich schon erreicht haben, darüber wird unter Wissenschaftlern durchaus gestritten. Viele Forscher an Universitäten sind vorsichtiger als die Entwickler in den großen KI-Unternehmen. Unstrittig ist jedoch: Das Entwicklungstempo hat sich dramatisch erhöht. Vor drei Jahren konnte KI einfache Texte formulieren. Heute schreibt sie Gutachten, entwickelt Software, analysiert medizinische Bilder, erstellt Filme, komponiert Musik, unterstützt wissenschaftliche Forschung und hilft Unternehmen dabei, komplexe Entscheidungen vorzubereiten.

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  • Die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung macht Mut: 76 Prozent der Schülerinnen und Schüler können sich eine Berufsausbildung vorstellen. Und noch erfreulicher: Neun von zehn Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Das zeigt, dass die duale Ausbildung für viele junge Menschen ein guter und erfolgreicher Weg ins Berufsleben ist. Die Konsequenz daraus kann eigentlich nur lauten: Schulen aller Schulformen sollten die Berufsorientierung weiter stärken und Praktika als festen Bestandteil der Schullaufbahn verstehen. Ein Praktikum vermittelt Erfahrungen, die kein Unterricht ersetzen kann. Jugendliche entdecken ihre eigenen Stärken, lernen Berufe realistisch kennen und knüpfen erste Kontakte zu Betrieben.

    Dabei habe ich über viele Jahre eine Erfahrung gemacht: Die besten Praktikumsbetreuer sind häufig die Auszubildenden selbst. Sie sprechen die Sprache der Jugendlichen, kennen deren Fragen und Unsicherheiten und begegnen ihnen auf Augenhöhe. Gerade deshalb sind sie glaubwürdige Botschafter für ihren Beruf und ihren Ausbildungsbetrieb. Auch für die Betriebe lohnt sich dieser Ansatz. Die Rückmeldungen der Auszubildenden über Praktikantinnen und Praktikanten sind oft erstaunlich treffsicher. Sie erleben die jungen Menschen im Arbeitsalltag, erkennen Motivation, Teamfähigkeit und Interesse häufig besser als ein kurzes Vorstellungsgespräch. Solche Einschätzungen können bei der Auswahl zukünftiger Auszubildender eine wertvolle Entscheidungshilfe sein.

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  • Früher wurden Kleingärten häufig als Freizeitflächen betrachtet. Heute sprechen Wissenschaftler zunehmend von einer wichtigen Infrastruktur für die Klimaanpassung. Denn mit jedem heißen Sommer wird deutlicher, wie sehr Städte unter aufgeheizten Straßen, versiegelten Flächen und fehlendem Schatten leiden. Jede größere Grünfläche hilft dabei, diese Entwicklung abzumildern. Auch die Art der Bewirtschaftung spielt dabei eine Rolle. Naturnahes Gärtnern mit großen Bäumen, wenig versiegelten Flächen, Mulch statt nackter Erde und einem sparsamen Umgang mit Wasser verbessert die kühlende Wirkung zusätzlich. So entstehen kleine grüne Oasen, die nicht nur den Gartenbesitzern zugutekommen, sondern dem gesamten Umfeld.

    Dabei erleben Kleingärten derzeit eine bemerkenswerte Renaissance. Während manche Vereine vor einigen Jahren Schwierigkeiten hatten, frei werdende Parzellen neu zu vergeben, sind heute vielerorts wieder Wartelisten entstanden. Immer mehr Familien, junge Menschen und Senioren entdecken den Wert eines eigenen Gartens neu – als Ort der Erholung, der Bewegung, der Selbstversorgung und der Begegnung.

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