Aktuelles
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Hat der OpenAI-Chef recht? Und warum wir seine Warnung ernst nehmen sollten
Wir sind jetzt in der Singularität. Das ist der Moment
Mit diesem Satz sorgte Sam Altman, Vorstandsvorsitzender des amerikanischen KI-Unternehmens OpenAI, vor wenigen Tagen weltweit für Aufmerksamkeit. Viele Menschen dürften die Meldung überlesen haben. Andere werden sich gefragt haben: Was soll das überhaupt bedeuten?
Der Begriff stammt ursprünglich aus der Informatik und Zukunftsforschung. Gemeint ist der Zeitpunkt, an dem sich technischer Fortschritt immer schneller selbst beschleunigt. Neue KI-Systeme helfen dabei, noch leistungsfähigere KI-Systeme zu entwickeln. Der Fortschritt verläuft dann nicht mehr in Jahrzehnten oder Jahren, sondern möglicherweise in Monaten oder sogar Wochen. Ob wir diesen Punkt tatsächlich schon erreicht haben, darüber wird unter Wissenschaftlern durchaus gestritten. Viele Forscher an Universitäten sind vorsichtiger als die Entwickler in den großen KI-Unternehmen. Unstrittig ist jedoch: Das Entwicklungstempo hat sich dramatisch erhöht. Vor drei Jahren konnte KI einfache Texte formulieren. Heute schreibt sie Gutachten, entwickelt Software, analysiert medizinische Bilder, erstellt Filme, komponiert Musik, unterstützt wissenschaftliche Forschung und hilft Unternehmen dabei, komplexe Entscheidungen vorzubereiten.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode
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Eine gute Nachricht für das beginnende Ausbildungsjahr!
Die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung macht Mut: 76 Prozent der Schülerinnen und Schüler können sich eine Berufsausbildung vorstellen. Und noch erfreulicher: Neun von zehn Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Das zeigt, dass die duale Ausbildung für viele junge Menschen ein guter und erfolgreicher Weg ins Berufsleben ist. Die Konsequenz daraus kann eigentlich nur lauten: Schulen aller Schulformen sollten die Berufsorientierung weiter stärken und Praktika als festen Bestandteil der Schullaufbahn verstehen. Ein Praktikum vermittelt Erfahrungen, die kein Unterricht ersetzen kann. Jugendliche entdecken ihre eigenen Stärken, lernen Berufe realistisch kennen und knüpfen erste Kontakte zu Betrieben.
Dabei habe ich über viele Jahre eine Erfahrung gemacht: Die besten Praktikumsbetreuer sind häufig die Auszubildenden selbst. Sie sprechen die Sprache der Jugendlichen, kennen deren Fragen und Unsicherheiten und begegnen ihnen auf Augenhöhe. Gerade deshalb sind sie glaubwürdige Botschafter für ihren Beruf und ihren Ausbildungsbetrieb. Auch für die Betriebe lohnt sich dieser Ansatz. Die Rückmeldungen der Auszubildenden über Praktikantinnen und Praktikanten sind oft erstaunlich treffsicher. Sie erleben die jungen Menschen im Arbeitsalltag, erkennen Motivation, Teamfähigkeit und Interesse häufig besser als ein kurzes Vorstellungsgespräch. Solche Einschätzungen können bei der Auswahl zukünftiger Auszubildender eine wertvolle Entscheidungshilfe sein.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode
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Warum Kleingärten für unsere Städte immer wichtiger werden
Früher wurden Kleingärten häufig als Freizeitflächen betrachtet. Heute sprechen Wissenschaftler zunehmend von einer wichtigen Infrastruktur für die Klimaanpassung. Denn mit jedem heißen Sommer wird deutlicher, wie sehr Städte unter aufgeheizten Straßen, versiegelten Flächen und fehlendem Schatten leiden. Jede größere Grünfläche hilft dabei, diese Entwicklung abzumildern. Auch die Art der Bewirtschaftung spielt dabei eine Rolle. Naturnahes Gärtnern mit großen Bäumen, wenig versiegelten Flächen, Mulch statt nackter Erde und einem sparsamen Umgang mit Wasser verbessert die kühlende Wirkung zusätzlich. So entstehen kleine grüne Oasen, die nicht nur den Gartenbesitzern zugutekommen, sondern dem gesamten Umfeld.
Dabei erleben Kleingärten derzeit eine bemerkenswerte Renaissance. Während manche Vereine vor einigen Jahren Schwierigkeiten hatten, frei werdende Parzellen neu zu vergeben, sind heute vielerorts wieder Wartelisten entstanden. Immer mehr Familien, junge Menschen und Senioren entdecken den Wert eines eigenen Gartens neu – als Ort der Erholung, der Bewegung, der Selbstversorgung und der Begegnung.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode
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Wie eine Idee von 1906 bis heute Münsters Trinkwasser sichert
Wer in Hiltrup in der Hohen Ward spazieren geht, ahnt kaum, dass sich dort eine der nachhaltigsten technischen Anlagen Münsters verbirgt. Seit über 120 Jahren sorgt das Wasserwerk Hohe Ward dafür, dass hunderttausende Menschen zuverlässig mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Was damals als mutige Investition begann, erweist sich heute – im Zeitalter des Klimawandels – als erstaunlich weitsichtig. Als das Wasserwerk 1906 seinen Betrieb aufnahm, stand vor allem die Versorgung einer wachsenden Stadt im Mittelpunkt. Niemand sprach von Nachhaltigkeit oder Klimaanpassung. Und doch entstand hier ein System, das genau diese Eigenschaften besitzt.
Der Schlüssel liegt in der künstlichen Grundwasseranreicherung. Das Wasserwerk entnimmt Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal. Ein erheblicher Teil dieses Kanalwassers stammt aus dem Einzugsgebiet der Lippe. Doch dieses Wasser fließt nicht direkt in unsere Wasserhähne. Zunächst wird es vorgereinigt und anschließend in große Versickerungsbecken geleitet. Dort beginnt ein Prozess, den keine technische Filteranlage besser beherrscht als die Natur selbst. Langsam sickert das Wasser durch die sand- und kieshaltigen Böden der Hohen Ward. Auf seinem Weg durch den Untergrund wird es über Wochen hinweg auf natürliche Weise gefiltert und gereinigt. Erst danach wird es über Förderbrunnen wieder gewonnen, aufbereitet und als hochwertiges Trinkwasser in das Versorgungsnetz eingespeist.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode
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Meine Gedanken zur Debatte um die Mini-Steuerreform
Die aktuelle Diskussion über die geplante Steuerreform zeigt ein grundsätzliches Problem der Bundes-Politik. Es geht längst nicht mehr nur um ein paar Euro mehr oder weniger Einkommensteuer. Entscheidend ist doch für die Meisten, was am Ende des Monats tatsächlich im Portemonnaie bleibt. Wenn einerseits von einer Entlastung gesprochen wird, gleichzeitig aber höhere Sozialversicherungsbeiträge, steigende Pflegekosten und weitere Belastungen angekündigt werden, fühlen sich viele Menschen nicht ernst genommen. Sie rechnen selbst nach – und stellen fest, dass die versprochene Entlastung oft deutlich kleiner ausfällt oder sogar ganz verschwindet. Ich halte das für einen politischen Fehler des Finanzministers.
Die Bürgerinnen und Bürger wissen sehr genau, dass Deutschland vor großen Herausforderungen steht. Seit Jahren sprechen wir über den demografischen Wandel. Jetzt erleben wir seine Folgen: Immer weniger Erwerbstätige müssen für immer mehr Rentner, Pflegebedürftige und Gesundheitsleistungen aufkommen. Das überrascht eigentlich niemanden. Nach meiner Überzeugung wären viele Menschen durchaus bereit, ihren Beitrag zu leisten. Sie akzeptieren auch Mehrbelastungen – wenn diese offen erklärt werden, nachvollziehbar sind und als gerecht empfunden werden. Diese Transparenz und Offenheit vermisse ich.
Datum · Autor Hermann Geusendam-Wode